Die IQ – Interessengemeinschaft Kultur Hildesheim e.V. schreibt:
Hildesheimer Wallungen 2025
Walls of Change – Wallanlagen gemeinsam neu denken
Zum Auftakt der neunten Hildesheimer Wallungen wurde es bewegend: Erstmals begann das Festival mit einem gemeinschaftlichen Ritual – dem Wallungen-Walk. Zwei Gruppen zogen zeitgleich aus verschiedenen Richtungen los und begegneten sich auf dem Festivalgelände. Entlang der rund drei Kilometer langen Wege warteten künstlerische Überraschungen, performative Aktionen und Mitmachangebote.
Vom 4. bis 6. Juli wurde das Gelände zwischen Kehrwiederturm, Ernst-Ehrlicher-Park und Hohnsensee zu einem lebendigen Schauplatz für Kunst und Kultur. Auf fünf Outdoor-Bühnen präsentierten mehr als 50 Gruppen und Solokünstler*innen ein breites musikalisches Spektrum von Indie-Pop und Folk bis Punk und Electro. Dazu zählten unter anderem die mongolisch-persische Formation Sedaa, die Bremer Folk-Band Die Grenzgänger sowie zahlreiche regionale Acts.
Auch abseits der Bühnen gab es viel zu entdecken. Ein besonderes Highlight setzte bereits der Freitagabend: In einem zum Walfangschiff umgebauten Linienbus brachte die Freie Bühne Wendland „Moby Dick“ an den Hohnsensee und schuf eine fesselnde Atmosphäre. Die Hildesheimer Kulturszene belebte das Gelände mit Walkacts, Performances, Chorkonzerten und Gastgeberorten. Die „Leise Nacht der Kultur“ sorgte mit Lichtkunst, Lesungen, Kopfhörerdisko und Akustikkonzerten für Wohnzimmeratmosphäre. Und auf dem HAWK-Campus ergänzte der beliebte Kreativmarkt das Programm.
Inhaltlich waren die Wallungen 2025 ein großer Erfolg – die Hildesheimer Allgemeine Zeitung titelte: „Selten waren sie so schön wie diesmal“. Das Festival machte die kulturelle Vielfalt der Region sichtbar und bot eine Plattform für unterschiedlichste künstlerische Ausdrucksformen. Die historischen Wallanlagen wurden neu interpretiert: Statt für Abgrenzung standen sie für Offenheit, Begegnung und Austausch.
Doch trotz aller Begeisterung: Es kamen weniger Besucher*innen als erwartet. Dies führte zu einem finanziellen Defizit, das die Zukunft von Festival und Trägerverein gefährdete. Deshalb wurden eine Soli-Veranstaltung am JoBeach sowie eine Spendenkampagne initiiert. Die Solidarität war beeindruckend: Das Defizit konnte vollständig ausgeglichen werden. Mit diesem Rückenwind richtet das Team nun den Blick nach vorn, damit die zehnten Hildesheimer Wallungen gefeiert werden können.